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Ein Tag der den Winter einläutet, dort wo der Sender nicht mehr darüber ausstrahlt, hinter dem Bisamberg in der Senderstraße 27 strömen heute die Menschenmassen. weinhandwerkKaum eine Möglichkeit das Auto abzustellen und auch kaum ein Weiterkommen durch die Gruppen der Spaziergänger. Die Kellergasse führt den Berg hinauf und noch im flachen Teil fällt das kunterbunte Haus auf, Scharen an Kindern tummeln sich im angrenzenden Garten und die Eltern halten einen Plausch gewärmt von den letzten Sonnenstrahlen.

Es riecht nach verbranntem Holz und die Reihen der Weinstöcke zeigen nach Wien ins Gegenlicht. Auf einem Baum hängen Hängesessel und im bunten Laub stehen Liegestühle. Wir können nicht vorbei und schon rasten auch wir dort.

Vorbei an Heurigenbänken schlendere ich durch ein Pavlatsche weinhandwerk_4in den Küchen und Buffetbereich und da erkenne ich Martin Strobl, den Südtiroler, der vor Jahren in unserem Alles Käse in Hietzing mitgearbeitet hat. Ich erkenne, er nicht. Macht nichts, es sind ja viele Jahre vergangen und er hat halt einen Schubser zum Erinnern gebraucht ;).

Noch hängen grüne Paradeiser auf den vom ersten Frost beleidigten Stöcken und die Kräuter in den Beeten bieten dies und das, der Niedergang der Kultur ist aber vorgezeichnet und erzeugt ein wenig Wehmut über die weinhandwerk_5vergehende Jahreszeit. In einer Riesenpfanne werden Maroni geröstet, der coole Röster mit Stirnband jammert ein wenig, er hat nicht damit gerechnet wie anstrengend das Tagwerk sein wird. weinhandwerk_6

Nicht nur die Kinder machen immer wieder Druck auf ihn, er darf einfach keine nennenswerte Pause einlegen. Hinter dem Buffet werden Salatteller am Fließband hergestellt und vor der Hütte süße Köstlichkeiten frittiert. Langsam gehen die Vorräte zu Ende, auch der Sturm wird bald ausgetrunken sein.

Wir versuchen den Blauburger, ich liebe das Gefühl am Gaumen und kann nicht verstehen warum die Sorte auf so wenig Gegenliebe stößt. Eine Klosterneuburger Missgeburt wurde er vom Weinkenner am Nachbartisch genannt. Na bitte, offenbar stehe ich einfach auf Missgeburten. Ich hab meine Freude damit.

Das Lebensmodell von Věra und Martin scheint aufzugehen, der Zuspruch hier ist enorm und fast hat man den Eindruck, er könnte ein wenig schwächer ausfallen. Der letzte Rest vom Sturm wird durch Kippen des Kanisters ausgeschenkt und es dämmert. weinhandwerk_7

Leicht hält man die Hitze des Feuers aus und röstet ein wenig neben den Maronis. Die ersten Kinder werden müde und unleidlich. Die Reihen lichten sich, Martin verpasst den Gästen die letzten Portionen. Er lädt ein, zu Einkäufen den Adventsonntagen hier in der dann geheizten Pavlatsche, zu kommen. Nicht nur der Blauburger lockt.  Ich hoffe ich vergesse nicht, jedenfalls ist jetzt ein Knopf in meinem Taschentuch.

 

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Martin Strobl & Věra Vyškovsky
Bisamberg, Senderstraße 27
A-1210 Wien
office.weinhandwerk@gmail.com

www.weinhandwerk.at

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