Veltliner Tag im MQ in Wien

Einen ganzen Nachmittag und Abend lang konnte man sich am 15. März 2011 in der Ovalhalle des Museumsquartiers an „der“österreichischen Weinsorte erfreuen – dem Grünen Veltliner. Stolze 68 Winzer boten dem weinbegeisterten, pardon veltlineraffinen Publikum ihre Kreationen zur Verkostung vor.

Alle Winzer waren sich einig, dass die Journalisten zu früh über den Veltliner Jahrgang 2010 berichtet haben und damit einen falschen Eindruck erweckt haben.

„2010 war ein grenzgenialer, aber auch ein sehr arbeitsintensiver Jahrgang“ berichtet Alwin Jurtschitsch vom Sonnhof. „In diesem Zusammenhang war ich froh, dass ich auf 30 Jahre Erfahrung meiner Eltern zurück greifen konnte“. Dieser typische österreichische Wein ist heuer total harmonisch gereift. Wir haben uns mit Ernte Zeit gelassen, die Ernte der Lagenweine hat sich bis Mitte November hinausgezogen.

Das Ergebnis: Fruchtigkeit. Wir haben im Bioweinbereich bewiesen,  dass wir auch mit biologischen Anbaumethoden spät ernten können.

Beim Kosten treffen wir Herrn Mathias Hafner aus Terlan in Südtirol, einem Studenten der Onkologie und Weinwirtschaft auf der BOKU in Wien der sich die Bedeutung der betriebseigenen Hefen im Betrieb vom Sonnhof erklären lässt. Er hat gerade begeistert den Grünen Veltliner Loisberg Auslese verkostet gehabt.

Unter anderem gab es eine Fassprobe vom Grünen Veltliner Lamm, (der Name kommt von dortigen Lehmboden = Lahm). “ Ich habe mir im Keller sorgen bei der Entwicklung gemacht. Er wurde nicht ganz trocken. Ich habe den Wein aber gelassen. Hat eine jetzt hat er eine irre Balance bekommen. Er wird ab Mai in den Verkauf kommen.“ Man kann sich darauf freuen.

Der Grüne Veltliner Loiserberg 2009, sozusagen der Gegenspieler von Lamm (der Lamm steht auf warmen tiefgründigen Boden), wächst auf Klimaschiefer, das ist eher der kühle typische Kamptalboden, bietet die Kamptaler Würze, Kühle und das Kräuter und Gewürzaroma. Der Preis:13 Euro.

Philipp Bründlmayer  vom Weingut Bründlmayer Grafenegg  präsentiert hier die Fassproben vom 2010er Veltliner Lössterrassen, Moosburgerin und Gebling und betont sein Betrieb ist traditionell Spätabfüller. Erst ab April werden die ersten DAC in den Verkauf kommen, die Reserven erst ab Juli.

Der Jahrgang 2010 bietet Finessenreichtum und wurde oft zu unrecht von vielen Medien schlecht gemacht. Die Menge war bescheiden, die Qualität aber ist ausgezeichnet.
Frau Helga Zausinger, die wir aus einer Besuchergruppe vom Verkosten kurz herausreißen durften, stammt selbst aus einer Winzerfamilie aus der Mailberger Gegend, lobt die vernünftigen Preise der präsentierten Weine und berichtet, bei manchen Winzern zu früh abgefüllten grüne Veltliner vorgefunden zu haben.

Bründlmayer bestätigt die Betriebspolitik des besonders guten Preis-Leistungsverhältnisses und berichtet von seinem besonderen Augenmerk auf fruchtige, trinkfrische Weine.  Ein Beispiel für besonders gute Preis-Leistung ist zum Beispiel der Grüner Veltliner Moosburgerin 2010 um € 5,30.

Typ: Kremstal DAC. Apfel Zitrus Noten, mit exotischen Fassetten  wie Limetten, Maracuja und einer erfrischenden Säure.

Paul Kiefer, vom Gut Mayer am Pfarrplatz und Rotes Haus am Nussberg erzählt von den 2 Stilrichtungen

Dem Einstiegsveltliner Grünen Veltliner Mayer am Pfarrplatz 2010 ohne Lagenbezeichnung, der die Richtung schlank, fruchtbetont und reduktiv ausgebaut präsentiert. Dieser Wein, gedacht zum raschen Genuss, passend zur Hausmannskost und zum Gebackenen oder zum Heurigenbuffet. Sowie dem Grünen Veltliner Schenkenberg 2010 passend zu wuchtigeren aromatischeren Essen, z.B. Fisch mit Soße, geschnetzeltes mit Obers, und demGrünen Veltliner Rotes Haus am Nussberg 2010, einem dichten, opulenten sehr aromatischen und konzentrierten Veltliner und dem Grünen Veltliner Nussberg Reserve der noch dichter aus sehr spät geernteten Veltlinertrauben erzeugt wurde. Der ehemalige Einstiegsveltliner Schenkenberg, jetzt Lagenwein, vom Typ würziger Veltliner geht in die fruchtbetonte Richtung. Töne wie Apfel, Grapefruit und exotische Früchte herrschen vor. Der Preis € 11,90
Wir treffen dort Christian Dvorak einen sehr ambitionierten Hobbywinzer und Weinliebhaber mit einem ¾ ha Anbaufläche in Strass im Strassertal. Er erklärt den Veltliner Ried Obere Schos 2008 vom Weingut Rotes Haus zu seinem Favoriten.

Herr Josef Aichinger von der Weingärtnerei Aichinger findet die erste Präsentation eines neuen Jahrganges immer spannend und freut sich über das erste Feedback einer illusteren Verkosterschar. Patrick Hödl, selbst Weinberichterstatter freut sich über die ideal aufsteigende Würze und die schöne Struktur der verkosteten Weine. Die Besucher stoßen bei Aichinger auf die gesamte Bandbreite der Veltliner Stile. Die Weingärtnerei lässt hier vom klassischen, aromatischen, knackigen Einstiegsveltliner über die Weine vom Löss und Urgestein bis zum mächtigen Veltliner der alten Reben verkosten. Der Veltliner Urgestein 2010, ein schiefrig, kompakter und fülliger Veltliner mit konzentrierter Frucht mit Mineralität von Duft bis Abgang zum jetzt antrinken und Spaß haben im Sommer bis nächstes Jahr und länger wohlfeil um € 8,80 ab Hof.

Karl Ruttenstock bearbeitet 18 ha bei Retz und das Gut ist ein reiner Familienbetrieb. Grüner Veltliner ist mit 80% seine Hauptsorte meist vom Urgesteinsboden. Besonders gefällt dem Verkoster und immer wieder Besucher Herbert Dutzler aus Klagenfurt das Aushängeschild, der Weinviertel DAC Reipersberg gewachsen auf 45 Jahre alten Rebstöcken. Dieser Wein erhielt mehrere Auszeichnungen, wie Salon Retzer Weinwochen oder Kreis der Besten, berichtet Herr Ruttenstock und beschreibt den 12,5% er mit seinem frischen intensiven und exotischen Duft, dem typischen Pfefferl, mineralisch, vielschichtig, lang anhaltend. Der Preis ab Hof € 6,00

Herr Andreas Dongo empfiehlt uns beim Stand den besonders netten und fruchtigen Frühroten Veltliner 2010 vom Weingut Eisenbock aus Straß im Straßertal. Bernd Eisenbock erzählt uns, der Grüne Veltliner ist zu 60% seine Hauptsorte. Der Grüne Veltliner leicht 2010 ist leicht, frisch und fruchtig und der Strasser Grüner Veltliner ebenfallst fruchtig und dabei gehaltvoller. Zu verkosten auch Grüner Veltliner Gaisberg Kamptal DAC Reserve der im Holzfass gereift wurde und erst im nächsten Sommer abgefüllt werden wird. Herr Eisenbock erzählt er sei der einzige Winzer auf dieser Veranstaltung mit einem Frühroten Veltliner 2010. Der Strasser Grüner Veltliner  verkauft sich am besten und ist besonders typisch für die Region. Der Lössboden bringt die gute Struktur. Besonders fruchtig 12,5% vol, 6,5 Säure, 3g Restzucker um € 5,40

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