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Schwarzer Trüffel und Golser Muskat
Der zweite Wiener Bezirk ist geprägt von meinen Kindheitserinnerungen. Schließlich bin ich dort aufgewachsen und habe bis zum Ende der Volksschule im Zweiten gelebt. Aus der Ferne betrachtet hatte ich dann lange Zeit das Gefühl, dass es mit diesem Bezirk bergab geht. Doch das ist schon lange nicht mehr so. Der zweite Bezirk ist erwacht. Sympathisch, einladend zum Erkunden. Mit seinen teils verschwiegenen, verwinkelten Gässchen lädt er zum Erforschen ein. Ein Tipp eines ortskundigen Mitarbeiters führte mich letzte Woche in das Ristorante Schuppich in der Rotensterngasse 18. Diesen Beitrag weiterlesen »
Tirol in Wien
Ich habe weit über 20 Jahre lang Essen gemacht und es immer wieder erlebt, mit dem Löffel in der Hand, hinter die Kulissen und in die Seele des Koches schauen zu können. Heute habe ich wieder so eine Chance bekommen die Heusuppe hat enormes Potential. Mut oder Auftrag, was ist die Motivation? Ich stelle dem jungen Koch die Frage nicht, er hat keine Zeit, er ist ganz alleine in der Küche und überzeugt mich mit einer Tiroler Kalbsleber mit Anistönen und winzigen, knusprigen Speckstückchen in der Sauce, wie ich sie noch nie genossen habe, dazu ein Glas vom Blaufränkischen, Johannishöhe 07 vom Weingut Prieler aus Schützen am Gebirge ein fantastisches Abendessen mit einem nicht mehr leicht erhältlichen Wein.Erlebt im Restaurant " Zum Andreas Hofer" 1060 Wien Brückengasse 11
Offene Weinkultur im Penzinger Vorstadtwirtshaus
Im Jahre 1907 eröffnete der Fleischhauer und Weinbauer Franz Stadler aus Bockfließ in Niederösterreich, das Wirtshaus „Zum Merkur“ an der Ecke Linzerstrasse und Ameisgasse in Wien Penzing. Bis 2002 war das Gasthaus im Familienbesitz. Seither leitet die Familie Holzer die Geschicke dieses traditionellen Betriebes. Ich wohne seit über 30 Jahren in relativer Nähe dieses Gasthauses, bin unzählige male daran mit dem Auto vorbeigefahren. Und gestern lachte mich wieder das Schild „Wirtshaus zum Merkur seit 1907“ an und ein Parkplatz war direkt vor dem Lokal frei. Von später aber plötzlicher Neugierde und einem Gulaschgusto gepackt wollte ich endlich einmal das alte Wirtshaus erkunden. Von außen hätte ich nicht gedacht, dass das Lokal so gut besucht wäre. Es offenbarte einen Schmelztiegel der Vorstadt. So saß am Nebentisch ein älteres Ehepaar, welches eindeutig dem bürgerlichen Lager angehörte und politisierte. Ein paar Tische weiter unterhielt sich eine Gruppe Arbeiter ebenfalls über Politik. Es gibt es also noch, das Klischee vom Politisieren im Wirtshaus. Auf den Seiten des Weines überraschte das gutbürgerliche Wirtshaus mit einer überaus tadellosen Karte offener Weine. Da tümmelten sich Zweigelt „Heideboden“, Cuveè „MExCS“ vom Weingut Vinum Ferreum Eisenberg im Südburgenland, Blaufränkischer vom Weingut Iby, Grüner Veltliner "Stephanus" vom Weingut Weixelbaum und Welschriesling vom Weingut Sabathi achtelweise ausgeschenkt zu Euro 2,40 bis 2,80. Zu meinem Gulasch orderte ich einen Grünen Veltliner "Stephanus" vom Weingut Weixelbaum, Jahrgang 2009. Der Wein hielt am Gaumen exakt das was er an der Nase versprochen hatte: nämlich gut erkennbare Zitrustöne mit einer Idee von frühreifen Apfelaromen. Der saubere, 12% starke Veltliner trank sich trotzdem angenehm leicht und spritzig und ist durchaus eine Wiederholungstat wert. Die Gulaschexperten unter den Lesern bitte ich um Entschuldigung für den Fauxpas kein Bier getrunken zu haben. Die offene Weinkarte hatte mich einfach zu neugierig gemacht.
Dunkle Weichseln in der schwarzen Katze
Am 27. März 2010 hat es sich ausmiaut in der Kreuzgasse 35. Das Währinger Gasthaus „Zur schwarzen Katze“ schließt dann ihre Pforten und Maestro Günther Szigeti will nach neuen Lokalitäten Ausschau halten, so wurde uns mitgeteilt. Also noch einmal schnell ins Katzennest, das ja neben guter Küche auch für gute Weine bekannt ist. Zu einer Flugentenbrust mit Erdäpfelgratin, Hollerjus und Rosmarin orderten wir einen Cuvee „Siglos“ Jahrgang 2008, vom Deutschkreuzer Weinbauern Johann Heinrich. Der Rotwein besteht aus 80% Zweigelt und 20% Blaufränkisch und wurde in zweijährigen kleinen Holzfässern ausgebaut. Der Geschmack des Holzfasses stand jedoch keineswegs so im Vordergrund wie man es vermuten hätte können. Ganz das Gegenteil. Herrlich kam das Bouquet von Zweigelt und Blaufränkisch an die Nase. Mich reizen reine Zweigeltweine ja eher selten. Der Geschmack vom „Siglos“ war jedoch absolut nicht vom Zweigelt dominierend. Der 20% Blaufränkischanteil verhilft diesem Cuvee zu einem Spitzenwein. So auch am Gaumen ein schönes Erlebnis: Das Aroma von Waldbeeren und dunklen Weichseln erfreuten mich und begleiteten ausgezeichnet die ebenfalls hervorragende Flugente. Mit 13% Alkohol fanden wir den „Siglos“ gerade richtig um nach einer Flasche und einem guten Abendessen den Abend noch gemütlich ausklingen zu lassen.





