Traditionell japanische Küche mit experimentellen Einflüssen und passenden Weinen in der Wiener Praterstraße

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Seit dem 16. Jänner 2012 ist die Praterstraße in Wien um eine weitere kulinarische Innovation reicher. Angesagt ist das von Eduard Dimant und Tobi Müller gestaltete Gourmetprojekt. Bei nur wenigen Tischen fast unmöglich einen Platz zu bekommen. Wir wollen wissen, wie die neue Location in Wien mit dem Mix aus traditioneller japanischer Esskultur und Einflüssen verschiedenster internationaler Küchen mit der Weinbegleitung umgeht.

Als offene Weine werden drei weiße und drei rote Vertreter nebst traditionellem Reiswein angeboten. Tobi Müller erwähnt, dass neben den österreichischen Weinen demnächst auch noch Elsässer Weine den Weg auf die Mochi-Karte finden werden. Bescheiden meint er, dass die Speisekarte aus logistischen Gründen aber klein bleiben wird. Ich finde die Speisekarte gar nicht so klein, die Qual der Wahl sehr wohl da.

Vorweg nasche ich an einem SAKURA Salat mit Flocken aus getrocknetem und geräuchertem Bonito – einer Thunfischart. Angerichtet mit einem Karotten-Ingwer-Dressing. Zum ersten Gang – einer Spider Roll mit Butterkrebsen, Koriander, Lauch, Tobiko (Kaviar des fliegenden Fisches) und Chili-Sauce, probiere ich einen Grünen Veltliner, Lusthausberg 2010, Domäne Baron Geymüller aus dem südlichen Kremstal. An der Nase nehme ich zarte Apfel und Zitrusnoten wahr. Am Gaumen leicht, rund und sogar ein wenig ölig. Ein zarter Wein, der meinem Salat und der Spider Roll geschmacklich den Vortritt lässt. Ein idealer Vorspeisenbegleiter.

Als zweiten Gang gönne ich mir Tai & Truffle in Form eines Doraden Sashimi mit Lachskaviar und einer Yuzu-Trüffel Vinaigrette. Zur Begleitung wird ein Gelber Muskateller, Reiteregg 2010, Kollerhof aus der Südsteiermark empfohlen. An der Nase ein dezenter Vertreter hinsichtlich der Muskatanklänge. Dafür ahnt man Spuren von Minze und Zitrusfrüchten. Ein frischer Muskateller. Am Gaumen auch durchaus etwas Säure. Dezent und ebenfalls wie der bereits verkostete Grüne Veltliner den Speisen gegenüber nicht in den Vordergrund drängend.

Die beiden empfohlenen Weine waren perfekt zu den Speisen ausgewählt. Wir sind schon neugierig wie sich das Mochi weiter entwickelt. Vielleicht kommen wir nochmals wieder zum Rotweinverkosten.

MOCHI
Praterstraße 15
1020 Wien
Tel: +43 1 925 13 80
Web: www.mochi.at

Domäne Baron Geymüller
Obere Hollenburger Hauptstraße 14
3506 Hollenburg
Web: www.domaenebarongeymueller.com

Weinbau Lieleg- Kollerhof
Eichberg-Trautenburg 39
8463 Leutschach
Web: www.kollerhof.com

Tapas und Wein in der M-Lounge

In Wien Neubau tut sich etwas.

Der Steirer Gerald Hackl hat nach dem Restaurant Kornhäuslturm, dem Restaurant Arkadensaal, dem Restaurant Roter Salon, dem Restaurant Oskars vor einigen Monaten die chillige M-Lounge in Wien Neubau eröffnet.

Neben Tapas haben wir uns zum Test der Weinkarte aufgemacht und eine nette after work time verbracht.

Zu einem Thai Wok Gemüse mit Sesam Thunfisch (um 3,70 Euro) trinken wir einen Sauvignon Blanc 2010, Weinhof Kohl aus Großwilfersdorf. Mit gerade einmal 11,5% Alkohol bringt der Weißwein an der Nase Impressionen an Zitrusfrüchte und frühreife Äpfel.

Auch am Gaumen solide beeindruckt der sonst leichte Wein mit starker Frucht und einem schön langem Abgang.

Da wir uns in einer Lounge befinden setzen wir unsere Essensaufnahme mit einem Mini USA Burger mit Cheddar, Speck und Serrano Schinken (um 3,80 Euro) fort.

Dazu muss selbstverständlich ein Rotwein her. Leider ist der blaufränkische Vertreter gerade aus. Er komme aber wieder in den nächsten Wochen wird uns versichert. Die Weinkarte ist eben eher (noch) sehr klein gehalten. Nungut  – wir sind ja in einer Bar oder besser gesagt in einer Lounge wo der Fokus vielleicht auf Cocktails liegt. Alternativ entscheiden wir uns zu einem Cuvee Franz 2009 vom Weingut Weniger aus Horitschon. Das Bouquet des Cuvée aus Blaufränkisch und Merlot erinnert an Weichselaromen. Am Gaumen schön der blaufränkische Traubenanteil bemerkbar. Der Merlotanteil verleiht dem Wein sanfte Rundungen und ist ideal zum Chillen nach einem harten Arbeitstag.

 

M LOUNGE
Chil out Lounge, Bar, Restaurant

Hermanngasse 31
1070 Wien

ÖFFNUNGSZEITEN:
Dienstag bis Samstag 17.00 Uhr bis 02.00 Uhr
Frühstück Sonntag und Feiertag 10.00 bis 15.00 Uhr

Tel.: +43 (0) 1 524 93 16
Fax. +43 (0) 1 524 93 16
Web: http://hackl-gastro.at/m-lounge
Mail: mlounge@hackl-gastro.at

Weinhof Kohl
http://www.f-kohl.at

Weingut Weninger
http://www.weninger.com

Mödlinger Weinherbst am Eichkogel

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Der Weinherbst am Eichkogel in Mödling zählt zu den gemütlicheren Veranstaltungen mitten in den Weinbergen zwischen Mödling und Guntramsdorf. Man hat das Gefühl, dass es eine einheimische Veranstaltung ist. So findet sich auf den Internetseiten kein Anfahrtsplan und gerade einmal ein Transparent und ein Schild weisen am Straßenrand südlich von Mödling Richtung Guntramsdorf auf die durchaus nette Geselligkeit hin. Die Heurigenbetriebe Weingut Neuberger, Sekt- & Weinkellerei Taufratzhofer, Langeckers Reblaushütte und das Weingut Weiss bieten Wein und Schmankerln direkt im Weingarten an.

Für Leser im Weinreporter geben wir den Tipp beim WIFI Mödling zu parken. Durch die Weingärten geht es dann in einem 5minütigem Spaziergang direkt hinauf auf den Eichkogel. Die Aussicht von dort ist zwiespältig. Einerseits blickt man auf das Gewerbegebiet nebst Bahntrasse, andererseits hat man einen wunderschönen Weingarten vor sich, in dem es sich vortrefflich Wein verkosten lässt.

Wir haben letztes Wochenende unter anderem einen Grünen Veltliner 2010 vom Weingut Traufratzhofer probiert. Er punktet mit Frische, einem geringen Säurespiel und leichten Zitrusanklängen. Ausgezeichnet für einen Spätsommertag in dieser netten Kulisse.

Wandert man den Wasserleitungsweg entlang gelangt man zur Hütte vom Weingut Weiss. Hier probierten wir den Weissburgunder 2010. Ein bodenständiger, süffiger Vertreter seiner Gattung. Unserem Geschmack nach noch mit einem etwas unharmonischen Anteil an Säure. Vielleicht aber ein netter Sommerbegleiter für das kommende Jahr.

Wer noch Lust hat kann am kommenden Wochenende, dem 1. und 2. Oktober eine idylische Zeit mit Wein und hausgemachten Schmankerln wie Speck, Schmalzbroten und selbstgebackenen Mehlspeisen direkt in den Weingärten vom Mödlinger Eichkogel verbringen.

Weinbauverein Mödling
www.weinbau-moedling.at

Weingut Neuberger
Prießnitzgasse 11
2340 Mödling
Telefon: 02236 / 222 09

Sekt- & Weinkellerei Taufratzhofer
Quellenstraße 3
2340 Mödling
Telefon: 02236 / 226 18
www.taufratzhofer.at

Langeckers Reblaushütte
Spechtgasse 45
2340 Mödling
Telefon: 0664 / 241 86 39
www.reblaus.com 27.9.2011/ Malwarewarnung – Vielleicht besser auf ein Glaserl hingegehen und die Webseite nicht besuchen!

Weingut Weiss
Badstraße 46
2340 Mödling
Telefon: 02236 / 467 14

Weinviertler Weingenuss im Hotel & Spa Laa

Das Weinviertel ist das größte Weinanbaugebiet Österreichs und ganz im Norden an der tschechischen Grenze befindet sich die Thermenstadt Laa. Es gibt viele gute Gründe nach Laa zu kommen. Einer der köstlichsten Beweggründe Laa einen Besuch abzustatten ist der hier in der Gegend produzierte Grüner Veltliner, Welschriesling und Blauer Portugieser. Ein ausgezeichneter Platz um diese Weine zu verkosten ist das Hotel & Spa Laa, dem wir zur Weinverkostung einen Besuch abgestattet haben.

Wein ist im Hotel & Spa Laa ein Thema dem man überall begegnet. Primärer Ort des Genusses sind die hoteleigenen Restaurants „Feinspitz“ und das a la carte Restaurant „Gaumenfreuden“. Weinliebhabern steht im Hotel & Spa Laa aber auch der Degustationsraum „Vinissimo“ und die Vinothek „Veritas“ zur Verfügung. Dort kann man in aller Ruhe die Weine der Region, wie z.B. den Weinviertel DAC, aber auch Top-Weine aus Österreich sowie Spitzenweine aus aller Welt verkosten und kaufen.

Manchmal macht das Tüfteln Spaß, manchmal nicht. Am Abend unseres Besuchs im Restaurant Feinspitz des Hotel & Spa Laa war „nicht“ angesagt. Wir wählten die Weindegustation praktischerweise als Weinbegleitung zum entspannten Zurücklehnen nebst Genüssen aus der Küche und überließen das Tüfteln dem Service.

Die größte Weinüberraschung des Abends erlebten wir gleich zu Beginn. Zum italienischen Vorspeisenteller bekamen wir einen Grünen Veltliner Classic 2010 vom Weingut Prechtl serviert, der trotz seinen 12% mit einer hervorragenden Komplexibilität und Stärke beeindruckte. Das Bukett erfreute mit einem intensiven Duft reifer Marillen mit leichten Anklängen von Apfel, Birne und Zitrusfrüchten. Am Gaumen erfrischend, komplex und lange anhaltend. Fast schon unheimlich für einen Veltliner. Eine freudige Entdeckung aus Zellerndorf.

Zum Duett vom Milchlamm in Rosmarinsaftl mit buntem Bohnenragout und Polentaknödel wurde uns ein Blauburger 2009 vom Weingut Lust aus Haugsdorf gereicht. Der runde Rotwein von der Ried Sonnen beeindruckte ebenfalls. Mit 13% gerade nicht zu stark aber auch nicht zu schwächlich war der Blauburger gut zum Lamm abgestimmt. An der Nase mit einem Kirschbukett und am Gaumen mit Zwetschkenaromen ausgestattet war der Haugsburger Vertreter des Abends durchwegs ebenfalls erfreulich.

Zum Käsegang entschloss sich das Service zu einem kräftigen Roten und machte mit uns einen kurzen Ausflug nach Horitschon und servierte uns einen a’Kira T.FX.T 2008, den „kleine Bruder“ vom ARACHON T.FX.T. Der reine rubinrote Bläufränkische zeigte an der Nase Anklänge von Weichseln, Zwetschken und eine Idee Brombeeren. Am Gaumen repräsentiert der 13%ige, vollmundige Wein der 12 Monate im einmal gebrauchten französischen Barrique mit seiner Kraft ein kleines „Stück Österreich“.

Zum Dessert – einem Orangen-Campari-Sülzchen mit Pistatziensauce – kehrten wir wieder ins Weinviertel mit einem Gelber Muskateller 2010 vom Weingut Diem aus Obermarkersdorf zurück. Der 11,5%ige Weißwein duftete nach Muskat und Zitrusfrüchten. Am Gaumen ein Schuss säuerlicher Apfel und Stachelbeere mit einem langen Abgang. Der schon ein wenig atypische Gelber Muskateller war perfekt zur Säurestruktur der Orangen-Campari-Sülzchen passend.

Alles in allem ein gelungener Weinabend inklusiver einer tollen Überraschung in Form des Grünen Veltliners ganz zu Beginn. Noch ein Tipp für Wein-Interessenten der Umgebung rund um Laa: Im November lädt der Bezirksweinbauverband Laa an der Thaya zur 3. Bezirksweintaufe.

Alle Adressen zum Nachprobieren:

Hotel & Spa Laa
Thermenplatz 3
2136 Laa a.d. Thaya
Tel 02522 84 700 740
www.therme-laa.at
hotel.reservierung@therme-laa.at

Franz & Petra Prechtl
2051 Zellerndorf 12
Tel 02945/2297
www.prechtl.at
weingut@prechtl.at

Weingut Lust
Hauptstrasse 39
2054 Haugsdorf
Tel 02944 2287
www.weingut-lust.at
office@weingut-lust.at

Illa Szemes
Horitschon
Tel 0664 5233840
www.arachon.com
illa.szemes@arachon.com

Weingut Diem
2073 OBERMARKERSDORF 87
Tel 02942 8208
www.diem-weine.at
office@diem-weine.at

Forelle und gelber Muskateller unter dem Kran

Forelle mit gelben Muskateller GROSS im FINKH 1060 Wien

Das FINKH in der Esterhazygasse 12, 1060 Wien ist ein mit dunklen Wänden, minimalistisch eingerichtetes Restaurant. Von der Decke baumelt ein Laufkran aus vergangenen Zeiten. Wenige Tische und eine kleine Speisekarte sind das charakteristisch Ambiente dieses zeitgeistigen Lokals. Die Karte konzentriert sich auf Hausmannskost wie Gulasch, Schnitzel und Tafelspitz. Das Blunzengröstl soll toll sein, war aber bei meinem Besuch letzten Freitag gerade aus. Macht nichts. Auch ein paar Schmankerln und eine Forelle haben mich angelacht. Auf letztere fiel dann auch meine Wahl, da ich Lust auf einen netten Weißwein hatte und bei Gulasch in die Gefahr gelaufen wäre ein Bier zu bestellen.

Die Forelle war vorzüglich und wurde mit Rosmarin, Paprika und Erdäpfel serviert. Gut gewählt hatte ich mit einem leichten und fruchtigen Wein, wie es der Gelbe Muskateller Steirischer Klassik 2009 vom Weingut Gross dann auch war. Sortentypisch wies er einen frischen und fruchtbetonten Charakter auf – ganz wie man es sich von seiner steirischen Herkunft erwartet. Das Bukett zeichnete sich durch Anklänge an frische Früchte aus. Am Gaumen hielt der Gelbe Muskateller von Gross was das Bukett versprach. Neben der von mir geliebten, charakteristischen Muskatnuß-Würze kamen Aromen Zitrusfrüchten und ein wenig Litschi zum Vorschein. Ideal zu einem Fischgericht, aber mit seiner Leichtigkeit ist der im Edelstahltank ausgebaute Weißwein auch als Aperitif empfehlenswert. Mit nur 11,5% Alkohol kann man da schon zu zweit gemütlich eine Flasche knacken.

Gelber Muskateller Steirischer Klassik 2009 vom Weingut Gross

FINKH
www.finkh.at
Esterhazygasse 12
1060 Wien
Tel.: +43 (1) 9138992

Weingut Gross
8461 Ratsch a. d. Weinstrasse 26
Tel.: +43 (3453) 2527
http://www.gross.at
weingut@gross.at