Lange Nacht der Kellergassen 2010
Heuer war die lange Nacht vielerorts ungemütlich, kalt und schlecht besucht. Viel zu unbeständig war das Wetter im Weinviertel. Trotz dieser Widernisse haben unsere Weinreporter einen Stimmungsbericht geliefert, den Sie hier gerne lesen können.
- Röschitz:
Sepp Seidl hat an diesem kalten und windigen Abend keine Besucher zu einer Kellergassenführung gehabt. Mit ein paar Freunden, mit denen er sich im Keller zusammengesetzt hat, sinniert er, was die Leute heute hätten alles erleben können. Sein alter Traktor, mit dem er gerne eine Weingartenrunde mit Gästen fährt, ist schon alleine eine kleine Sensation. Am Weg hätte er eine alte Weingartenhütte an einem besonderen Aussichtsplatz besucht. Dieser Punkt bietet eine Aussicht von Laa a.d. Thaya bis Retz, und über den Schatzberg hinweg sieht man bis Znaim. Am Weg zurück durch die Kellergassen wollte er diverse Keller und deren Architekturbesonderheiten zeigen und hätte beim “Seidl am Dach” auf der obersten Ebene seiner auf allen drei Ebenen zusammengebauten Doppelkeller den Abend mit einer Verkostung ausklingen lassen. Man kann sich also durchaus auf ein nächstes Mal bei schönem Wetter freuen. Bei Sepp Seidl gibt es auch den Wödlina, eine leichtere, frischere, alkoholärmere Alternative zum gereiften Veltliner DAC.
Leider ist die lange Nacht der Kellergassen in Haugsdorf eine kalte und nasse Nacht geworden, niemand hat sich nach draußen getraut und Frau Kitla konne nicht von von der Entstehung der Kellergasse, vom Weinbau und der Architektur der einfachen Bauern erzählen. Niemand hat heute von der speziellen Flora und Fauna des Hohlweges gehört, oder sich über den urzeitlichen Jagdplatz der vor 18Mio Jahren hier eingerichtet war und den Hutberg erzählen lassen. Wir haben Frau Kitla schon in der Weinkirche kennen gelernt und sind sicher, ihre Führung ist ein besonderes Erlebnis.
Weinreporterin und Kellergassenführerin Beate Leitgeb berichtet aus Poysdorf von der langen Nacht und von über 20 begeisterten Besuchern. Frau Inge Kriechbaum aus Wolfsegg a. Hausruck und ihr Mann, der seine Wurzeln hier im Weinviertel hat, die von Verwandten animiert angereist sind sind, waren von den vielen Geschichten wärend der Führung sehr angetan. Bei der Verkostung im Keller wurden die Proben mit dem Tupfer aus dem Fass gezogen und in die Gläser gefüllt. Die alte Tradition, Münzen in den Schimmel der Kellerwände zu drücken, hat der Euro nicht mitgemacht. Lediglich die kleinen Kupfermünzen halten an den Wänden, berichtet Frau Leitgeb von den Versuchen der Frau Kriechbaum.
Ulrike und Eberhard Jungwirth, 1230 Wien und Lillja und Kurt Wald, aus 1020 Wien beschreiben die Lange Nacht der Kellergassen in Sierndorf: Frau Rauscher hat uns mit ihrer sympathischen Art und ihrem fundierten Wissen einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Kellergassen zu geben.
Ausgestattet mit Weinglas, Fackel und freudiger Erwartung zogen wir von einem Weinkeller zum nächsten. Die einzelnen Winzer stellten uns ihre, für diese Region typischen Wein vor und luden uns zur Weinverkostung mit anschließender Kellerbesichtigung ein.
Eine 1500 Meter langen Kellergasse war mit kleinen Lichtern romantisch dekoriert. Vom Autor persönlich wurden heitere Geschichten vorgelesen. Im nächsten Keller erwarteten uns die Frauen vom Kirchenchor mit durchaus weltlichen Liedern und der Einladung zum Mitsingen.
„Die Weinviertler Hymne“ hatten wir zuvor schon mit Frau Leopoldine geübt. Mit einer schmackhaften Jause wurde auch für unser leibliches Wohl gesorgt.
Frau Rauscher hat auch ein Kellerquiz vorbereitet, um aus der Gruppe der Anwesenden einen Kellermeister oder eine Kellermeisterin von Sierndorf/March zu küren.
Wir hatten unglaublich viel Spaß beim Beantworten der Fragen und beim Weinheben. Der Gewinner wurde von Frau Leopoldine Kraft ihres Amtes zum Kellermeister vom Sierndorf/March geschlagen und erhielt neben der Urkunde auch eine Flasche Wein.Den Abschluss bildete ein kurzer Besuch in der Pfarrkirche von Sierndorf. Dort erhielten wir von Frau Leopoldine einen Einblick über die Bedeutung des Weinstocks, der Rebe und des Weines in den einzelnen Religionen.
Eine interessant und engagiert geführte „Lange Nacht der Kellergassen” ging ihrem Ende zu. Dank der Leopoldine Rauscher wurde es für uns nicht nur eine kulinarische, sondern auch eine künstlerische und literarische Reise durch Sierndorfs Kellergasse.
Aufmerksam auf die Veranstaltung wurden wir von Arbeitskollegen gemacht, die hier in Sierndorf / March wohnen.
Tanja Drapela aus Groß Schweinbarth hat von dieser Veranstaltung bei der Veranstaltung „Vital durchs Dorf – Stationen der Lebensfreude“, die am 2.5. stattfand, erfahren.”Da ich selbst Kindergartenpädagogin bin und mich solche Veranstaltungen für Kinder interessieren, besuchte ich nun auch diese Kinder-Kellergassenführung,” sagt Frau Drapela. Nach einer Einleitung über die Geschichte und Entstehung der Kellergassen suchten zwei Kinder mit einer Fackel die Reblaus in einer Kellerröhre und den Goldschatz von König Ottokar, den er bei der Schlacht zwischen Jedenspeigen und Dürnkrut verloren hatte, in einem Weinberg nahe der Kellergasse, wobei Johanna die Reblaus und Doris den Schatz von König Ottokar am Goldberg fand.
Anna Prinz hatte 2 Gäste, die anderen haben wegen des schlechten Wetters abgesagt. Sie erzählt, “Ihre” Kellergasse, da sie so nahe an Korneuburg ist, hat sich mit den Wohnhäusern und dem Ort verwachsen. Ihr Keller, ein Steinkeller, ist aus dem 17.Jahrhundert und jetzt nur mehr als Schaukeller in Betrieb. Sie ist selbst Winzerin mit vielen verschiedenen Rebsorten und ist besonders stolz auf einen Weißburgunder im Barriqueausbau. Die Geschichten, die sie bei den Kellergassenführungen erzählt, hören sich etwa so an: Frau Anna Prinz
Herr Günther Bauer, Weinreporter und Kellergassenführer, sendet uns folgende Interviews:
Frau Habenbacher: Wir besuchten schon andere Kellergassen in der Umgebung, allerdings nur während des Tages. Die Ankündigung der „Langen Nacht in der Kellergasse Stoitzendorf“ machte uns neugierig. Wir wollten auch einmal die Kellerröhren besichtigen und die Atmosphäre einer Kellergasse während der Nacht kennenlernen.
Bei der Rast auf dem Hüterberg bei der Hiata Hittn erzählt sie: Heute genießen wir nicht nur mit unserem Gaumen den ausgezeichneten Wein, sondern unser ganzer Körper verspürt das tolle Flair des Weinviertels im Lichterschein der Kerzen und Fackeln.
Frau Piller: Nachdem ich über den Ablauf der heutigen Kellergassenführung gelesen hatte, entschlossen wir uns, in die Kellergasse Stoitzendorf zu kommen. Ich bin selbst Kellergassenführer und wollte eine Kellergassenführung wieder einmal als Gast erleben. Natürlich bin ich schon gespannt, welche Besonderheiten es hier gibt und wie die Inhalte vermittelt werden. Selbstverständlich möchten wir einige kellerfrische Weine verkosten.
Frau Altenburger: Ich komme aus dem Nachbarort und bin mit einer Bekannten da. Natürlich sind wir neugierig, was uns da heute angeboten wird. Besonders freuen wir uns aber schon auf ein paar Gläschen Wein, die wir hier hoffentlich genießen werden.
Wildendürnbach:
Manfred Monetti berichtet von 3 geöffneten Kellern wärend der Langen Nacht am 14.Mai. Es haben etwa 60 Personen die Veranstaltung besucht und wurden mit Kesselgulasch und Aufstrichbrötchen gelabt. Viele Gäste kamen von Wien, Linz und Amstetten. Geschlafen haben die Gäste in Laa oder in Wildendürnbach, wobei nicht viel Zeit zum Schlafen geblieben ist, da die Veranstaltung erst um 4:30 zu Ende war.
Den großen Erfolg der Wildendürnbacher “Langen Nacht” führt Herr Monetti auf seine kontinuierliche Werbearbeit und das besonders homogene architektonische Ensemble in Wildendürnbach zurück.
Friedrich Gepp, Kellergassenführer aus Wolkersdorf, hat sich den riesengroßen Zehent- Keller in Ulrichskirchen angesehen, bevor er in Wolkersdorf selbst geführt hat. Wir haben ihn telefonisch bei seiner Führung gestört, und er hat das Telefon an die Besucherin Daniela aus Oberösterreich weitergegeben. Wir haben Daniela nicht weiter abgelenkt, sondern erst am nächsten Tag mit ihr ein Interview gemacht. Daniela hat schon mehrere Weinreisen in Österreich unternommen und hat die Rundfahrt mit dem alten Traktor sehr lustig gefunden. Auch die Erklärungen über den Weinbau und die Gegend hier in Wolkersdorf hat sie sehr interessant gefunden. Bis jetzt war sie und ihre Begleitung noch nie in dieser Gegend, sondern eher in der Südsteiermark oder im Burgenland weinreisend unterwegs. Auf die Idee, hierher zu kommen, ist sie nach der Verkostung eines Weines aus dieser Gegend gekommen und hat auch die Wetterprognose ein wenig mitspielen lassen. Ja und hier in Wolkersdorf war es dann ja wirklich sonnig und schön. Übernachtet hat sie im Hotel Klaus und war mit allem rundum zufrieden. Überraschend war, dass niemand im Ort oder im Hotel von der Veranstaltung gewusst zu haben schien und eigentlich nur ein Keller geöffnet war. Verkostet hat sie erstmals einen roten Riesling, den hatte sie noch nicht gekannt.
Monika Bader Weinreporterin aus dem Südburgenland hat uns ihre Eindrücke aus Wolkersdorf und Fotos per Mail zukommen lassen:





























