Ein Abend im fresko

Als Ober St.Veit noch hauptsächlich ein Weinort war, mit Winzern und Heurigen, Maria Theresia das Schloss neben der Kirche als Sommersitz bereiste, sind die kleinen Winzer- und Bauernhäuschen in den Gassen des ehemaligen Wiener Vorortes entstanden.

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Trippa kochen:Zwiebel und Knoblauch mit Lorbeerblättern anrösten, Peperoncini und die nudelig geschnittene Kutteln dazugeben.Mit Weisswein ablöschen und mit Gemüsesuppe aufgiessen, Ligurische und Calamata Oliven dazugeben mit Thymian, und Origano und Salz würzen. Paradeissauce dazugeben und nach dem Rühren und Aufkochen mit 2 Fingerbreit Suppe bedecken.3 Stunden köcheln lassen.

Direkt unter der Kirche ist heute eine kleine Lokal- und Einkaufsmeile und mitten drinnen, an prominenter Stelle, das älteste Haus von Ober St.Veit, das ehemalige Fleischerhaus am Hauptplatz. Fünf Generationen haben hier geschlachtet und dargeboten, sozusagen der Bauch des Örtchens. Heute werkt hier im Haus Heinz Futterknecht in seinem Fresko, das er liebevoll in das Gebäude eingearbeitet hat.

Ein Weinplatz mit mediterraner Küche, die hier dem österreichischen Wein gegenübergestellt wird. Giovanni, sein Koch, von den Gästen Gianni genannt, kocht hier Ungewöhnliches, zum Beispiel Kutteln auf ligurische Art.

Wir erfahren von den gravierenden Unterschieden zwischen Blättermagenkutteln und dem Pansenmagen, erkundigen uns über die Zubereitung und das Rezept. Nicht genannt werden die Lieferanten der äußerst raren Zutaten, es bleibt uns also Giannis Küche als Quelle für den Genuss.

Klar, es gibt eine Karte, lieber ist es aber beiden Teilen, den Gästen und dem Koch, wenn er direkt am Tisch stehend, von den Zutaten, die bereit liegen, berichtet und seine Ideen kundtut, die er bei einer eventuellen Zubereitung verfolgen will, während er vorerst die köstlichen Fantasiegebilde der Gerichte in den Köpfen seiner Zuhörer entstehen lässt.

Die Getränkeberatung vom Aperitiv bis zum Fluchtachterl lässt sich der Hausherr nicht nehmen. Leidenschaftlich empfiehlt er den Chardonnay Hochgrassnitzberg 2009 zum Meeresfüchteteller seines Koches. Das Weingut Arnim Polz Kiefer aus Spielfeld, von Heinz Futterknecht für sein Lokal entdeckt, liefert ihn.
Alternativen von diesem Gut sind der Welschriesling 2009 und ein wunderbarer gelbe Muskarteller 2010.

Weitere Besonderheiten:
Spitze ist der Gelbe Muskarteller 2009 vom den Brüdern Fuchs aus Glanz bei Leutschach.Heinz Fink vom Göttweiger Berg liefert den Grünen Veltliner Riede Spittenberg.Vom Weingut Migsich aus Antau bei Mattersburg kommt der Goethewein 2008, in schönem dunklen Rubin.
gg

Heinz Futterknecht ist bereits 10 Jahre vor seiner Pension zum Weinexperten geworden, er hat mit diesem Lokal seine Frühpension zum Aktivsein verwandelt und eine neue Lebensmitte erschaffen. Hier über dem Maria Theresianischen Kartoffelkeller, der ehemals mit langen Gängen mit dem Schloss Schönbrunn verbunden gewesen sein soll, hat er ein Bachusfresko an die Wand malen lassen und die Räume mit viel Geschmack zu einem Platz des Ausspannens und des Träumens gemacht. Den Tipp dazu erhielt er von einem anderen Ober St. Veiter Gastronomen, dem er sein selbst gebrautes Bier verkaufen wollte und der ihn auf die zur Verfügung stehenden Lokation hingewiesen hat.

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