Gerichte

Meine beiden großen Lieben: Südtirol und Elsass vereint in meiner Küche

Elsässischer Zwiebelkuchen und St. Magdalener Oberingram 2009 vom Weingut Alois Lageder

Ich bewundere meine Frau wie sie ökonomisch und ohne irgendein Kochbuch zu gebrauchen alltäglich in rekordverdächtiger Zeit mit einer Selbstsicherheit die seinesgleichen sucht echt tolle Kulinarik auf die Teller vierer hungriger Mäuler zaubert. Das würde ich nie zusammenbringen. Deshalb gehört die Küche immer meiner Frau. Wirklich immer? Nein – an manchen Tagen regt sich mein Widerstand und dann koche ich. Das wird natürlich zelebriert und ich erhole mich dabei prächtig von einem harten Arbeitstag. Und die Tür bleibt zu. Ein weiser Tipp a la „aber so würde es doch viel leichter und schneller  gehen“ bringt uns sonst an den Rand einer handfesten Ehekrise. Also: Tür zu.

Ist einmal die Tür zu, dann geht es zur Sache. Auf Männerart. Versteht sich. Also rein mit dem iPhone in die BOSE Docking Station und eine gute Musik aufgelegt. Und dann wird gleich mal vorsorglich jener Wein entkorkt, der dann in Folge auch kredenziert wird. Man darf sich doch einen Schluck beim Kochen gönnen, oder?

Letzte Woche lebte ich meine zwei großen Lieben aus. Südtiroler Weine und französische Küche – um genauer zu sagen Elsässische Küche. Gekocht habe ich einen Elsässischen Zwiebelkuchen. Doch ein wenig ökonomisch, denn den serviert man warm und kann auch am Tag danach noch kalt davon naschen. Dazu passt natürlich hervorragend ein Rotwein mit mittelkräftiger Struktur. Und so fiel meine Wahl auf einen St. Magdalener Oberingram 2009 vom Weingut Alois Lageder. Diesen Beitrag weiterlesen »

Nur Käse und Schinken aus Österreich

Eine Traube Menschen, allesamt im Businesslook steht hier mit einem Weinglas in der Hand vor der Türe, ich frage nach: „Gibt es hier heute etwas gratis?“  Nein, einfach ein Ausklingen nach dem Büro der Nachbarschaft  mit gutem Wein. Der Frankhplatz ist ein ruhiger Punkt in dieser Stadt, die Nationalbank, das ehemalige AKH, das Landesgericht die Nachbarn. Umsomehr fällt diese vergnügte Menschenansammlung auf und erinnert ein wenig an das abendliche Leben einer italienischen Kleinstadt.

Wein & Genuss nennt Mag. Georg Somloi den Ort, an dem es die wunderbaren kalten Köstlichkeiten um 5€ zum Naschen gibt, die Käsemacher, Käse aus Vorarlberg,  Rohschinken, Chilimarmelade, eingelegte Patissonminikürbisse, Beinschinken und gutes Brot begleiten die Verkostung dieses Abends:  Riesling aus dem Weinviertel. Um 10€ probieren wir zuerst Steinbergen von Julius und Erika Klein aus Pernersdorf, dann Manhartsberg vom Weingut Seher aus Platt, auch aus Platt den Riesling vom Weingut Honsig, aus Deizendorf von der Familie Laurer den Sortensieger der Retzer Weinwoche, dann meinen Favoriten dieser Verkostung, den Wartberg vom Gut Prechtl aus Zellerndorf, den Reipersberg von Gschweicher aus Röschitz, den Urgestein vom Winzerhof Regina und Franz  Stift aus Röschitz und die Bombe aus dem Schrattental Innere Bergen vom Weingut Zull. In Staniol gewickelt, die Überraschung. Ich bin ein wenig enttäuscht, wenig Säure, wenig Frucht, trotzdem viele Nuancen, mild und angenehm. Elisabeth Honsig, die uns liebevoll durch diese Verkostung begleitet hat, lüftet das Geheimnis rasch, wir haben keine Chance. Ryzlink vom Spalek aus Znaim,  nur wenige Meter neben Österreich, gleich nach  der Grenze, ein VOC.

Gasthaus Schwarz Nöhagen

Gestern war es wieder einmal vollkommen ausreserviert, Erstkommunion in der Gegend und viele Gourmetreisende, auch von weit her, trotzdem freundlich und keinesfalls überfordert. Profis mit Herz und einer offenen Haltung zu den Küchenzeiten. Wir kommen um 14:30 und noch immer kein Platz, 10min später sitzen wir an einem runden Tisch und werden liebevoll beraten und bekocht. Ich esse Grießnockerlsuppe und ein Kalbswiener, nach einem Kostlöffel bei meinem Nachbarn, werde ich auch noch bei der zartbitter Schokoterrine weich. Der Wein: ein Glas Dürnsteiner Riesling Federspiel 2008 vom Weingut Alzinger aus Loiben mit überraschend viel Säure. Großartig passend, ein vollkommen einfaches Mittagessen- und trinken.  Das Cuvée Cabernet-Sauvignon-Merlot 2001 vom Ruster Weingut Feiler-Artinger hat meinen Sitznachbarn zu den geschmorten Kalbsbackerln sehr gut gepasst.

Ein Ausflug nach Radlbrunn

Das Weingut Brandl lädt zur Betriebsbesichtigung, stündlich werden Sie von einem Familienmitglied durch den Betrieb geführt. In einem 400 Jahre Gasthaus auf der anderen Strassenseite lässt sich gut einkehren, im Betrieb selbst kann nicht nur vom Wein sondern auch von kalten Kleinigkeiten gekostet werden. Über den Veltliner der Brandls haben wir in unserem Bericht über die Jungwinzerverkostung im Wiener Museumsquartier berichtet.

Heuriger und Weinbauer Zahel in Mauer

Ein netter, uriger Heuriger mit Restaurantcharakter. Wie ich vor Ort hörte, baut der Winzer unter anderem auf dem Rodauner Berg, auf den ehemaligen Ackerflächen des Rosenweingut Trösch, seinen Wein an. Der Hauswein, ein junger Veltliner eignet sich nicht  nur als Spritzwein, sondern entfaltet auch in einem gut eingeschenkten Weissweinglas sein volles „bouquet“. Der Säuregehalt hält sich auch nach einem langen Abend ziemlich in Grenzen. Leute mit Sodbrennen wie ich, hatten trotz so manchem „Vierterl“ keine Probleme am nächsten Tag. Auch der Chardonnay war ausgezeichnet. Das Buffet habe ich zwar voll bzw. gut besucht erlebt aber ich bevorzuge ohnehin die „à la carte“ Bestellung und habe dabei gar nicht länger gewartet als sonst. Preislich höchst moderat.  Möchte das Lokal auch mal am Tage bei Schönwetter besuchen. Schau ma mal, wann es sich wieder ausgeht.