Honiganklänge in der Schönberger Weinstube Aichinger

Aichinger Weissburgunder Oberalbing

Aichinger Weissburgunder Oberalbing 2011

Man kann es sehen wie man will, ich empfinde das Kamptal einfach in jeder Hinsicht authentisch geblieben. Massentourismus kennt man auch im Jahr 2013 dort nicht, obwohl die Gegend atemberaubend schön ist. Und so sind auch die Winzer noch ein Stückchen mehr mit der Rebe als mit dem Erstellen von Hochglanzbroschüren beschäftigt.

Das letzte Novemberwochenende bot sich geradezu ausgezeichnet für den Besuch eines Weinbauers im Kamptal an und da wir auch Hunger mitbrachten, gaben wir uns für die Weingärtnerei Aichinger in Schönberg’s Kellergasse entschieden. Romantischer konnte es auch fast nicht sein. Draußen nebelverhangen und drinnen der prasselnde Kamin.

Zum ausgezeichneten Blunzngröstl haben wir uns eine Flasche Weissburgunder, Riede Oberalbing, 2011 gegönnt. Der mit 14,5% kräftige Wein passte dazu einfach hervorragend. Seine schon beinahe ölige Konsistenz war der perfekte Begleiter zum deftigen Herbstessen. Im lange anhaltenden Abgang erfreuen Honig- und Marillenanklänge den Gaumen. Ausgewogen auch in Säure und Restzucker. Ein idealer Wein für nebelige Herbsttage, wenn es draußen bereits kalt ist.

Weinstube Aichinger – Susanne Zimmermann

In der Kellergasse / Hauptstraße 15
3562 Schönberg/Kamp

Telefon: +43 2733 8411
Mobil: +43 664 5275239

weinstube@wein-aichinger.at
www.wein-aichinger.at

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Ein Tag der den Winter einläutet, dort wo der Sender nicht mehr darüber ausstrahlt, hinter dem Bisamberg in der Senderstraße 27 strömen heute die Menschenmassen. weinhandwerkKaum eine Möglichkeit das Auto abzustellen und auch kaum ein Weiterkommen durch die Gruppen der Spaziergänger. Die Kellergasse führt den Berg hinauf und noch im flachen Teil fällt das kunterbunte Haus auf, Scharen an Kindern tummeln sich im angrenzenden Garten und die Eltern halten einen Plausch gewärmt von den letzten Sonnenstrahlen.

Es riecht nach verbranntem Holz und die Reihen der Weinstöcke zeigen nach Wien ins Gegenlicht. Auf einem Baum hängen Hängesessel und im bunten Laub stehen Liegestühle. Wir können nicht vorbei und schon rasten auch wir dort.

Vorbei an Heurigenbänken schlendere ich durch ein Pavlatsche weinhandwerk_4in den Küchen und Buffetbereich und da erkenne ich Martin Strobl, den Südtiroler, der vor Jahren in unserem Alles Käse in Hietzing mitgearbeitet hat. Ich erkenne, er nicht. Macht nichts, es sind ja viele Jahre vergangen und er hat halt einen Schubser zum Erinnern gebraucht ;).

Noch hängen grüne Paradeiser auf den vom ersten Frost beleidigten Stöcken und die Kräuter in den Beeten bieten dies und das, der Niedergang der Kultur ist aber vorgezeichnet und erzeugt ein wenig Wehmut über die weinhandwerk_5vergehende Jahreszeit. In einer Riesenpfanne werden Maroni geröstet, der coole Röster mit Stirnband jammert ein wenig, er hat nicht damit gerechnet wie anstrengend das Tagwerk sein wird. weinhandwerk_6

Nicht nur die Kinder machen immer wieder Druck auf ihn, er darf einfach keine nennenswerte Pause einlegen. Hinter dem Buffet werden Salatteller am Fließband hergestellt und vor der Hütte süße Köstlichkeiten frittiert. Langsam gehen die Vorräte zu Ende, auch der Sturm wird bald ausgetrunken sein.

Wir versuchen den Blauburger, ich liebe das Gefühl am Gaumen und kann nicht verstehen warum die Sorte auf so wenig Gegenliebe stößt. Eine Klosterneuburger Missgeburt wurde er vom Weinkenner am Nachbartisch genannt. Na bitte, offenbar stehe ich einfach auf Missgeburten. Ich hab meine Freude damit.

Das Lebensmodell von Věra und Martin scheint aufzugehen, der Zuspruch hier ist enorm und fast hat man den Eindruck, er könnte ein wenig schwächer ausfallen. Der letzte Rest vom Sturm wird durch Kippen des Kanisters ausgeschenkt und es dämmert. weinhandwerk_7

Leicht hält man die Hitze des Feuers aus und röstet ein wenig neben den Maronis. Die ersten Kinder werden müde und unleidlich. Die Reihen lichten sich, Martin verpasst den Gästen die letzten Portionen. Er lädt ein, zu Einkäufen den Adventsonntagen hier in der dann geheizten Pavlatsche, zu kommen. Nicht nur der Blauburger lockt.  Ich hoffe ich vergesse nicht, jedenfalls ist jetzt ein Knopf in meinem Taschentuch.

 

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Martin Strobl & Věra Vyškovsky
Bisamberg, Senderstraße 27
A-1210 Wien
office.weinhandwerk@gmail.com

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Tag des Steirischen Weines 2012 im MQ

Ganz besonders schätzt Wolfgang Obermaier die Steiermark und noch mehr die Kraft die von dieser Region ausgeht. 18 Euro Eintritt sind kein Hinderniss, nein im Gegenteil, sie werden als günstig empfunden. Karten zu verschenken um gut besucht zu sein hat er bei Gott nicht nötig, erzählt er. Die beiden Hallen sind voll mit zahlender und hochinteressierten Besucher, angezogen von Herrn Obermaier, den 64 steirischen Winzern und der Magie die eine Steiermark einfach mitbringt.

Die Neugierde auf die Fassproben des 11er Jahres hat vielleicht besonders viele Besucher angelockt, vielleicht auch die einfache Vergleichsmöglichkeit. Jedenfalls war das Weiterkommen von Tisch zu Tisch Schwerarbeit. Naturgemäss auch keine langen Gesichter bei den Winzern, sehr viel Freude und Stolz, zu Recht!

Gespannt warten wir auf die Herzensangelegenheit von Ing. Georg Regele die Probe vom Morillon.Frau Francina Elise VAN VELDEN kostet sich durch das Angebot des Weingutes.

Ehrenhausen liegt zwischen Graz und Marburg, erreichbar nach der Abfahrt Leibnitz, dem Navi würde ich Ewitsch 34 eingeben. Die Webseite zeigt Steilhänge und eine lange Sorten-Liste. Heute gibt es neben dem „Untertischwein“ Morillon auch Weissburgunder, Welschriesling Kranachberg, Sommerrosé Zweigelt, Gelben Muskateller Sulztaler Sulz, Sauvignon Blanc Sulztaler Sulz, Grauen Burgunder Sulztaler Sulz und Traminer zu kosten. Darüberhinaus auch Muskatellersekt, den die Verkosterin lobt, da sich der Muskatton sehr zurück hält. Blanc de Blancs liegt ihr deutlich mehr. Champagner raunt Frau Van Velden.

Sie freut sich nicht wirklich auf die Probe vom Rosé und ist dann doch positiv überrascht. Der Preis € 5,80, also wohlfeil! Den Welschriesling kostet sie mir zu Liebe und zeichnet ihn freudig als schönen Welsch aus und vergleicht ihm mit Klaviermusik. Kräftige Säure meldet der Gaumen beim typischen Weissburgunder und Freude bereitet der leichte und sehr gut trinkbare Muskateller.

Morillon dürfte wohl nicht zu ihren Lieblingssorten zählen, eine kleine Enttäuschungsfalte auf der Stirne von Herrn Regele verfliegt sofort da der Sauvignon Blanc Sulztaler Sulz als besonders schön eingebunden beschrieben und gelobt wurde. Nicht dabei war diesmal der Grauburgunder, dafür machte der auch nicht so laute Traminer mit 13,5% einen großartigen Eindruck. Sehr frisch auf der Flasche der heftige Reinriesling.

Zum Abschluss ein Traminer Auslese. Ing. Regele beliefert den Handel, man findet seine Weine im Gourmet Spar und Billa und bewirtschaftet mit 12 Mitarbeitern 17,5 ha und kauft 50 ha zu.

Wein aus Graz „Eine Rarität“ hier präsentiert von Gaby Schaar unterstützt von Rudolf Thomas Spari dem Schilchermaler. Verkostet hat für uns Mag. Johannes Muchitsch, Patron der Schlossvilla Miralago am Wörtersee.

Der Betrieb Weinhof Florian wird geführt von Harald Florian, der 18 ha in 7 verschiedenen Gemeinden und vier Bezirken der Weststeiermark bewirtschaftet. Die Grazer Gärten sind eine Besonderheit der Pinot Blanc – GRAZioso, Pinot Gris – GRAZiosa und Welschriesling  – GRAZil kommen von dort.

Der von Mag. Muchitsch so hochgelobte Zweigelt Barrique allerdings aus einer Lage in der Umgebung von Graz. Sehr großen Anklang bei seinen Gästen im Restaurant findet der Gelbe Muskateller, er wird uns als absolut extremer 150% tiger Muskateller beschrieben und wird erfolgsmässig hart verfolgt vom ebenfalls überaus beliebten Sauvignon Blanc.

Nicht Thema dieser Verkostung ist naturgemäß der Schilchersturm der aber auf Grund seiner besonderen Güte das Hauptgeschäft vom Weingut Florian darstellt.

Genießerhof Schauer steht auf der Karte von Stefan Schauer. Er ist Absolvent der Wein-Marketing HAK in Leibnitz/Silberberg, hat dann die Welt und deren Weingüter bereist und bearbeitet und studiert jetzt neben seiner Arbeit berufsbegleitend in Wien an der BOKU „Weinbau, Önologie und Weinwirschaft“.

Kitzeck im Sausal in der Südsteiermark ist die Heimat des Familienbetriebes Schauer deren Führung Elisabeth und Karl in der 22. Generation agieren. Im Jahre 1640 wurde der Hof erstmals urkundlich erwähnt und seit 1752 bewirtschaften die Schauers den Greith Hof, so steht es auf deren Webseite. Hier hat Stefan Schauer möglicherweise einen der besten Plätze ergattert, schaut er doch genau zum Eingang der Veranstaltung, man kann ihn also unmöglich übersehen. Beim Tisch vom Stefan Schauer treffen wir seinen Studienkollegen von der BOKU,  Rudolf Fiegl der die Schauer-Weine verkostet und sich als Weißwein-Typ bezeichnet. Er selbst ist Wagramer Weinbauer mit ½ ha Anbaufläche. Den Welschriesling findet er elegant und ausbalanciert . Nach dem Praktikum in der USA hat er die Vielfalt der österreichischen Weine ganz besonders zu schätzen gelernt.

Der Sauvignon blanc Klassik mundet – ein schöner Wein, ganz typisch, elegant in der Nase und nicht aufdringlich (ohne Katzenpisse) – ein Paradebeispiel für einen Sauvignon. Aber der Grauburgunder ist sein Favorit. Toller Wein!

Veltlinertag im MQ 2012

Veltinertag im Museumsquartier 2012Da uns schon letztes Jahr die Veltliner-Veranstaltung von Wolfgang Obermaier sehr gefesselt hat, wollten wir heuer keineswegs daran vobeigehen und sind schon um 15:00 mit dem Kostglas in der Hand vor dem ersten Verkostungstisch gestanden.

Auffallend war die große Anzahl an wirklich fachkundigen und hochinteressierten Verkostern, die bereits bei den Tischen diskutierend standen und ihre Notitzen verglichen. Das Kosten – Nutzenverhältis und die Eigenheiten dieses Jahrganges waren die Hauptthemen in unseren lauschenden Ohren. Nicht nur Gastronomieprofis nutzten die Chance sich der Rebsorte bewusst zu nähern, auch viele private Kenner nahmen diese Gelegenheit war.

Der Winzer Anton Wöber aus ZiersdorfZiersdorf und Großkruth Seite an Seite, der erste Verkostungstisch natürlich auch umringt von interessierten Kostern, das Weingut Wöber und Späth, Seite an Seite. Wir kommen mit Herrn Anton Wöber aus Ziersdorf ins Gespräch und  treffen dort auf Mag. Thomas Burg dem Betreiber der „Faktorei für Grünen Veltliner“ hier in Wien.

Veltliner SUR LIE ist hier Thema großartig der Duft und die Fruchtigkeit, Anton Wöber weist uns darauf hin, dieser wunderbare Effekt ist besonders im ersten Halbjahr präsent und verflacht dann etwas. Erreicht wird dieser Geschmackston und die Fruchtigkeit durch das Liegen auf der Hefe, wird uns von Anton Wöber erklärt. Zu trinken bekommen Sie Weine vom Weingut Wöber hier in Wien im Kult-Beisl  „Stomach“ in der Seegasse im 9ten. Faktorei für grünen VeltlinerWir verkosten hier auch den Roten Veltliner der sich im Gegensatz zum grünen Veltliner wohl erst nach einem Jahr zu öffnen beginnt und für den durchaus 5-6 Jahre Lagerung vom Winzer empfohlen werden. Mag.Thomas Burg, Kenner und Veltliner- Exporteur und Botschafter, besonders in Deutschland und Holland empfiehlt den Grünen Veltlinder End des Berges lobt Extrakt und Körper und die in diesem Jahr so rare Säure.

 

Schon wenige Meter weiter stehen wir sozusagen in Poysdorf und dürfen mit dem dortigen Winzer  Rainer Schuckert plaudern und kosten uns duch sein Angebot uns gefällt der Grüne Veltliner DAC Selektion den sie im Weingut Schuckert-Onlineshop um € 8,50 ordern können.Grüner Veltliner Sehr gut gefällt uns auch der Grüne Veltliner leicht & fruchtig, möglicherweise einer unserer nächsten Sommerweine, erhältlich um € 4,50 ab Hof. Rainer Schuckert erzählt von den Lagen „Alten Geringen“ und „Neuen Geringen“ und erklärt uns den Ursprung dieser Lagenbezeichnungen. Dem Land etwas abzuringen ist wohl damit gemeint und beleuchtet die Hintergründe des Weinbaus in Poysdorf und die harte Arbeit bis zum Erfolg. Auf seinen 20 ha wachsen über 50% Grüner Veltliner. Der Verkoster und Weinprofi Kurt Müllechner, bei dieser Veranstaltung auf der Suche nach einer sehr guten Veltliner Reserve unter € 12,00 wird hier nicht fündig obwohl er den Wein geschmacklich doch sehr hoch bewertet. Rainer Schuckert hält es für nicht sehr wahrscheinlich, daß man einen DAC Reserve unter diesem Flaschenpreis bekommen kann. Der Preis scheint  für die hier verkostenden Besucher zwar auch ein Thema zu sein, vordergründig geht es hier aber doch um den Gaumen und die Lust auf eine eigenständige und persönliche Entdeckung.

Mag. Thomas Burg hat uns geraten eine Besuch beim Tisch vom Weinhof Pollak nicht zu vergessen. Seine Entdeckung dort, die vom Winemaker René Pollak gestalteten Grünen Veltliner Primus und Secundus  des Weingutes Valerie Studt-Stolberg die als Ur-Urenkelin von Kaiser Franz Josef I die mit Pollaks  Unterstützung an die Traditionen der ehemals Kaiserlichen Weingüter anknüpt. René Pollak ausgebildet in der Kremser Schule, hat zusätzlich mit einer Ausbildung als Optiker eine seltene Kombination und eine interessante Kompetenz. Die hefetrüben Fassproben lassen sehr Gutes erahnen. Da fällt mit ein und wenn ich mich recht erinnere hat, einige Sommer zurück, mir eine Grüner Veltliner vom Weingut Pollak sehr große Freude zu einer Forelle im Restaurant „zum Blumentritt“ in St.Ägyd gemacht. Wir haben auch den 2011 Weinviertel DAC Stoanan vom Gut Pollak, der um € 6,40 ab Hof angeboten wird verkostet und sehr genossen. Wir danken Thomas Burg für die Empfehlung und geben sie hier weiter!

Jetzt bremst uns das Weingut Johann Topf aus dem schönen Strassertal und wir plaudern dort mit der Familie Matlschweiger aus Wels, die diese Veranstaltung zur Wissenserweiterung zu Gunsten ihres Cateringunternehmens bereist haben. Christoph Matlschweiger ist hier auf der Suche nach einer Steigerung zu seinem Lieblingsveltliner des Weingutes Sax aus Langenlois und hat sich zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht auf einen bestimmten Winzer festlegen wollen. Gegenkosten kann er die Weine nicht, das Gut Sax ist hier nicht vertreten. Insgesamt macht die ganze Familie eine sehr zufriedenen Eindruck, auch für die Mutter Monika Matlschweiger hat sich die Reise gelohnt.

Hans Peter Topf macht uns mit dem Grünen Veltliner DAC  Wechselberg Lösslage, bekannt und erzählt von seinen Neuseeland Erfahrungen. Wir kosten auch die Reserve Erste Lage DAC Grüner Veltliner Ofenberg vom Urgesteinsboden erhältlich ab Hof um € 22,90. Uns haben die Johann Topf Weine sehr gut gefallen, in unseren Plaudereien mit den Besuchern haben nahezu alle Befragten das Gut Joann Topf als besondere Empfehlung auf dieser Verkostung genannt.

Dagmar Reinberger vom Gut Alfred und Dagmar Reinberger aus Grafenwörth lässt uns den Grünen Veltliner Brenner aus südlicher Hanglage probieren. Sandig, würzig beschriebt sie ihn für uns gut verständlich. Sie erzählt, bei diese Veranstaltung ist sie jedes Jahr und das Interesse an Ihren Weinen ist, das können wir sehr gut sehen, groß. Wir verkosten noch den Grünen Veltliner  Fumberg vom tiefgründigen Löss und den Roten Veltliner von den Lössterrassen dessen Frucht uns ganz besonders gut gefallen hat.

Michaela Sandler mit besonderer Freude und großem Einsatz hier im Dienst für die Domäne Wachau aus Dürnstein und lässt 3 bereits abgefüllte Lagenveltliner und 2 Fassproben verkosten. Ihre Aufgabe im Shop des Gutes und als Führerin in den Kellern macht Sie mit ebensolcher Freude und Energie auf deutsch und englisch berichtet sie nebenbei. Wir können uns das sehr gut vorstellen.

Für die Beurteilung der Weine bekommen wir Unterstützung von Günther Schweiger,

einem überaus genauen und fleissigen Verkoster dieser Veranstaltung. Er berichtet, 120 Weine zu kosten ist er absolut in der Lage, wobei er wohl gesteht, bei Nummer 80 kann Ihn wohl eine kleine Depression zurückwerfen. Sein Geheimnis: Immer spucken, ein klarer Kopf die Grundvoraussetzung.

Er beurteilt die Domäne Wachau pauschal als Anbieter besonders  sauber gemachter Weine und weist auf seine Favoriten den Grünen Veltliner Steinfeder Hochrain mit seiner hohen Extrasüße als sehr guten Speisebegleiter hin. Für Michaela Sandler ist der Grüne Veltliner Federspiel Kollmitz der Favorit.

Wir können uns nicht entscheiden und kämpfen uns durch das mittlerweile unglaublich intensiv gewordene Getümmel weiter zu Franz Leith aus Fels am Wagram der im Dauerfeuer der Koster steht und sich seiner Rolle als besonders hochbewerteter Winzer mit besonders hochgeschätzten Weinen durchaus bewusst ist. Der Grüne Veltliner Schafflerberg, sowie der Brunnthal Erste Lage und der Scheiben Erste Lage werden uns als die absoluten High Lights der heutigen Veranstaltung von etlichen Verkostern genannt. Kellermeister ist der Sohn Franz junior gelehriger Schüler seines Vater und der Klosterneuburg Schule. Franz Leith sen. ist Weitreisender in Dienste seiner Weine und seines Gutes und erzählt uns geduldig von den nächsten Abstechern nach Finnland und Schweden seinen wichtigen Exportmärkten.

Uns überrascht das Preisnivau und begeistert die Energie des Menschen und der Weine.

Mit vorgerückter Stunde wird die Ovalhalle gestürmt, wir gratulieren dem Veranstalter und den Winzern und flüchten. Zum nächsten Event von Herrn Obermaier wollen wir lieber doch noch früher kommen.

Griechischer Wein

Gleich ums Eck von der Hietzinger Kennedybrücke liegt das ODYSSEUS in Penzing. Der Grieche ist ein besonders gemütliches Lokal wo der Gast – schon von der zweiten Wirts-Generation – mit griechischen Spezialitäten aus der Küche und griechischen Weinen verwöhnt wird.

Als Starter nahmen wir die Vorspeisenvariationen (€ 10,90) bestehend aus Tzatzíki (Joghurtsalat mit Gurken und Knoblauch), Taramás (Kartoffel-Fischrogen-Püree), Skordaliá (Kartoffel-Knoblauch-Püree) und Revithosaláta (Kichererbsenpüree) auch als Hummus bekannt. Dazu hatten wir ein Glas Moschofilero Jahrgang 2009 (€ 3,90) – ein fruchtiger nach Muskateller schmeckender Weißer vom Peloponnes. Der trockene Qualitätswein hinterließ am Gaumen den Geschmack nach Pfirsich und Zitrusfrüchten mit gut eingebundener Säure und langem Abgang und war somit eine ausgezeichnete Kombination zur vorzüglichen Vorspeise.

Als Hauptspeise bestellte ich einen griechischen Klassiker: Suvláki – Schweinefleischspieße mit Tzatziki und Pommes Frites (€ 9,90) und um ins griechische Lebensgefühl voll einzutauchen trank ich dazu einen Retsina (€ 1,90). Die Spießchen mundeten vorzüglich zum geharzte trockene Tafelwein der ein angenehmes Bouquet in der Nase hinterließ.

Zum Lamm – Arní me Gígantes mit Riesenbohnen und Basmatireis (12,90) – servierte der Wirt eine besondere Spezialität: Retsina Rosé (€ 1,90). Der geharzte Roséwein wird Kokkineli genannt und aus den Reben von Savatiano und Mandilaria hergestellt und schmeckte vorzüglich.

Ursprünglich wurde das Pinienharz zur Verbesserung der Haltbarkeit des Weins zugeführt. Der Geschmack des geharzten Retsina kam so gut an das man es dabei beließ.

Alle Speisen und Getränke gibt es auch zum Mitnehmen. Seit Kurzem wird ein Mittagsmenü – auf heftiges Fordern der Büroanrainer – serviert. Auch für Raucher gibt es genug Platz, und in der warmen Jahreszeit stellt der Schani den Garten vor die Taverne. Jasu! (ten)

Restaurant Odysseus

Penzinger Straße 57 (Ecke Diesterweggasse 17)
1140 Wien
Telefon: +43 1 894 28 01
E-Mail: restaurant-odysseus@chello.at
Web: www.restaurant-odysseus.at
täglich 11:30-24:00

Weingut Lantides – Moschofilero 2009
Web: http://lantides.gr

Privatkellerei Tsantali – Retsina Rosé
Web: www.tsantali.de

E. Malamatinas & Son S.A. – Retsina
Web: www.malamatina.gr